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Schwacher Start für das Deutschlandstipendium

Luise Köhler

Start DeutschlandstipendiumZum Sommersemester 2011 wurde es erstmalig ausgerufen: Das Deutschlandstipendium. Finanziert werden soll es vom Bund und privaten Sponsoren. Doch leider konnten die Universitäten nicht genügend Spender gewinnen. Jetzt verfällt die Hälfte der veranschlagten Mittel.

 

Die Idee hinter dem Deutschlandstipendium klingt einfach und vielversprechend: Bund und private Sponsoren teilen sich die Finanzierung und fördern Stipendiaten mit 300 Euro pro Monat. – Und das sogar einkommensunabhängig, d.h. zusätzlich zum BAföG. Das mittelfristige Ziel: Bis zu acht Prozent aller Studierenden in Deutschland sollen von einem solchen Stipendium profitieren. Immerhin wären das 160.000 Studenten.

Eine Rechnung, die (noch) nicht aufgeht

Bis November 2011 wollte man bereits knapp 10.000 Studierende mit dem Deutschlandstipendium unterstützen. Doch so einfach wie das Vorhaben gestaltet sich die Umsetzung leider nicht. Die Förderung kann nämlich nur vergeben werden, wenn ein Teil der Kosten von privaten Spendern getragen wird. Jedoch konnten die Universitäten zu wenige private Sponsoren werben.

Von den 14 Millionen Euro, die Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) für das Deutschlandstipendium eingeplant hatte, kann sie nun nur die Hälfte ausgeben. 7 Millionen Euro bleiben für das Deutschlandstipendium ungenutzt. Und das, obwohl sich der Bund und die privaten Sponsoren die 300 Euro pro Student und Monat nur sprichwörtlich teilen. Eigentlich übernimmt der Staat nämlich sogar 2/3 der Förderung, weil die Unternehmen einen Teil der Kosten von der Steuer absetzen können.

Neue Stipendienkultur braucht Zeit

Der Versuch, die Studienförderung zunehmend zu privatisieren, sollte dennoch nicht als gescheitert verurteilt werden. Die Gründe für die geringe Zahlungsbereitschaft der Unternehmen sind wahrscheinlich vielseitig. Zum Beispiel sind derartige Finanzierungsmodelle in Deutschland noch nicht etabliert. Zudem bieten vorrangig große Konzerne meist eigene Stipendienprogramme an. Gefragt ist hier mehr Aufklärungsarbeit, damit auch mittelständische Unternehmen die Chancen erkennen, die eine intensive Förderung von Nachwuchskräften mit sich bringen kann. So hilft man als privater Sponsor von Stipendien nicht nur der deutschen Wirtschaft im allgemeinen, sondern kann auch sein Firmenimage bedeutend verbessern.

Und es gibt sie ja auch schon, die Vorreiter in Sachen private Studienförderung. So erfährt beispielsweise das demokratische ABSOLVENTA-Stipendium von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch von Unternehmen, die sich für eine unabhängige Stipendienvergabe einsetzen möchten. Schließlich ist das eine Investition in die Zukunft – nicht nur für die Studenten, sondern auch für die Unternehmen, die von gut ausgebildeten Nachwuchskräften profitieren können.

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