Steven, 28

Small

Stipendium für Studium

..., Leipzig

Bewirbt sich um 1980 €

„Der kühle Wind, welcher bereits durch die von bräunlichen Blättern gesäumten Bäume wehte – sich wie ein schwerer Schleicher der Zweige und Äste bemächtigte- und einzelne vom Geflecht der Natur losgelöste Blätter über die Luft an verborgene Orte wehte, ließ erahnen wie hart der bevorstehende Winter in diesem Jahr – auf Grund des nun so plötzlich und ungewöhnlich früh für diese Jahreszeit eintretenden – Jahreszeitwechsels werden würde.
Die verdorrten Gräser der vergangenen Hitzeperiode, die zum Frühjahrsbeginn noch die Hänge und weiten Flure des Parks bewuchsen wichen Trampelpfaden, sowie angesichts zu hoher Belastung des Rasenteppichs entstandenen Brachflächen, als auch Pfützen dessen verdorrte Ränder tiefe Wunden in das Erdreich gruben. Unrat schien dem angrenzenden Umland den Atmen abzuschnüren, Zeitungen, alte Flaschen sowie Dosen und anderer Abfall verdreckten den ohnehin schon mehr oder weniger zerstörten Park; verschmierte, aus Holz gefertigte Bänke welche in früheren Zeiten zum verweilen einluden, waren mit einer dicken Borke überzogen. Niedergegangenes Laub – das sich unter den Bäumen gleich einem Kranz zur Ruhe bettete - begrub die letzen just spärlich nachgewachsenen Grashalme unter sich; und das Leben schien verloren, für eine endlos lang erscheinende Zeitperiode vorbei zu sein. Absolute Stille überzog den Raum – ausschließlich der Wind pfiff durch die bereits allzu schnell entblätterten Baumwipfel - Lärchen und andere Singvögel wichen den Krähen, die sich nun auf die nackten und abscheulich wirkenden alten und durch die Witterung beschleunigt geborstenen Kronen, niederließen. Der Tag war bereits im Begriff sich dem Ende zu zuneigen und die letzten Sonnenstrahlen verebbten hinter den hohen grauen Häusern; welche sich in der Ferne - eines neben dem anderen, wie eine unendlich scheinende Mauer in Höhe und Breite nebeneinander reihte – befanden. Den Wegesrand säumend wuchsen einzeln versetzte Straßenlaternen - die vorher durch das Geäst verdeckt worden waren empor – flackernde Neonlichter glommen auf, und tauchten die Wege sowie die Bäume und angrenzenden Wiesen in kaltes fluoreszierendes Licht.
Etwas abseits des aus Kieselsteinen bestehenden Flanierweges, welcher sich mit dem Blattwerk des umliegenden Gehölzes, sowie der großflächigen Wasserlachen kürzlich niedergegangener Regenergüsse zu einem unüberwindbar scheinenden, in sich geschlossenen Teppichgeflechts verwob; befand sich unter einer breiten Hochgewachsenen Eiche, dessen Astwerk sich der letzten Blätter bereits entledigt hat, eine in der Schattenseite stehende, vom fluoreszierenden Licht der Straßenlaternen unangetastete Bank.“

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Motivation…Es scheint mir schwierig die passenden Worte dafür zu finden, aus welchem Grund gerade ich mich für ein Stipendium eigne oder nicht. Ich schätze es sind die Dinge die für mich am wesentlichsten sind; in der Regel halten mich die Menschen für einen Träumer, nicht weil ich mich mit Literatur beschäftige, sie in meiner Freizeit lese, sondern weil ich ganze Nächte irgendwo sitze und selbst schreibe. Ich schreibe nicht um Reich zu werden. Ich bewerbe mich für ein Stipendium um meinen Traum zu verwirklichen, d.h. um zu lernen wie man richtig Bücher schreibt, zu lernen wie man Handlungsstränge einflechtet, wie man den einzelnen Figuren ein Gesicht verschafft ihnen sozusagen Leben einhaucht. Es soll nicht trivial sein sondern dem Menschen der sich mit meinen Zeilen befasst den Eindruck der Realität vermitteln. Des Weiteren möchte ich die Zeit festhalten, versuchen sie einzufangen um soviel davon aufzubewahren wie nur irgend möglich – alles ist vergänglich, und nichts steht still, es ist wichtig das etwas übrig bleibt, etwas mit einer Seele, Empfindungen, die gerade heute so unterdrückt werden, dass man meinen könnte es gäbe sie gar nicht; in Tagen wie diesen ist es wichtig sich Luft zu machen, Kreativ zu sein um diesem depressiven Zeitalter entgegen treten zu können. Denn Zeit ist etwas, dass die wenigsten Menschen heute noch haben. Dies schließt die Zeit für sich selbst, Zeit für andere und natürlich auch die Zeit für all die schönen oder weniger schönen Momente im Leben mit ein. Es geht also um das Bewusstsein für sich und andere, um ein Bewusst machen der Realität, des Alltags und der einzelnen Strukturen die uns täglich umgeben. Mir scheint, dass einzig und allein die Sprache oder besser das geschriebene Wort in der Lage sein kann diesen Zustand zu beheben. Es ist also das Wort was mich fasziniert, der Umgang damit, die Kraft welche sich daraus ergibt und vor allem die Schönheit die entstehen kann, wenn man die Kunst beherrscht Wörter richtig zu gebrauchen. Daraus ergibt sich auch in diesem Sinne für mich die Motivation mich damit zu beschäftigen.
Die zitierten Zeilen sollen dies verdeutlichen, ich zitiere mich hier dem Anlass entsprechend einfach selbst um einen Einblick in die Welt zu geben die mich beschäftigt. Schreiben ist für mich wie etwas dass zum Leben dazu gehört, jeden Tag verbringe ich damit, vieles landet im Müll das wenigste ist nach meiner Meinung gut, und wenn doch verliere ich irgendwann den roten Faden. Mit einem Stipendium wäre es mir möglich in einer professionellen Institution all die Dinge zu erlernen, welche ich mir so ohne weiteres nicht aneignen kann. Es wäre möglich meinen Traum endgültig zu leben, das Leben so zu leben, und mich dem widmen was mir als Schlüssel erscheint; der Literatur, meiner eigenen Literatur. Die Kosten belaufen sich hierfür, insgesamt auf 1980 Euro, Skripte sowie weitere Lektüre sind diesbezüglich schon einbezogen.

Letztlich bleibt nur noch zu sagen:
Der Absolventa e.V. sollte mich fördern damit ich meinen Traum verwirklichen kann, einen Traum der mir so greifbar scheint, dass selbst ich als „Träumer“ nicht umhin komme an diesen immer und immer wieder zu denken. Helft mir diesen Traum zur Realität werden zu lassen, damit wir uns Bewusst sein können, damit wir uns Bewusst machen können welche Kraft das geschriebene Wort in sich birgt. Welche Schönheit von ihnen ausgeht, und natürlich sollte auch niemand vergessen wie schön es ist mit einem Buch in der Wanne zu liegen und zu lesen, zu träumen und die Seele baumeln zu lassen *smile.

In diesem Sinne; ES LEBE DAS WORT.

Bitte beachten: Die Abstimmungsphase ist leider abgelaufen

Das Voting wurde am 31.10.2013 beendet.

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