- In Kooperation mit
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Anna, 28
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Master-Stipendium
Europawissenschaften, Holzwickede
Bewirbt sich um 1000 €
Impressionen eines Vorstellungsgesprächs…
Was haben Sie studiert?
Kultur? Ein interessantes Fach.
Sie wirken wirklich hochmotiviert,
auch Charakter erscheint mir sehr wach.
Erst Holland, Neuseeland, und Frankreich dann.
Ich sehe, Sie haben Erfahrung
Vielleicht klappt es ja irgendwann
Mal mit der festen Anstellung.
Leider – ich weiß das klingt gemein,
stellen wir im Moment nicht ein.
Machen Sie doch wiederum
Erst mal bei uns ein Praktikum.
Allerdings muss ich Ihnen sagen,
können wir Ihnen dafür nichts zahlen.
Wir sind aber froh über Arbeitskraft,
Jemand‘ wie Sie, der vieles schafft.
Verzichten Sie doch mal auf Geld,
dafür sehen Sie schließlich die Welt!
Für die Kosten kommen Sie selber auf
dafür pimpen wir ihren Lebenslauf.
Warum ich das demokratische Stipendium verdient habe?
Für mein Masterstudium der Europawissenschaften und auch mein Ziel, eine Stelle im internationalen Umfeld zu finden, ist es unumgänglich, Auslandserfahrungen wissenschaftlicher und praktischer Art sowohl innerhalb, als auch außerhalb Europas zu sammeln. Ich bin davon überzeugt, dass man sich durch ausgefallene Praktika und Auslandsaufenthalte von der Masse abheben muss, wenn man Erfolg haben will. Schließlich sind dies Faktoren, die unsere Persönlichkeit stark prägen. Seit der elften Klasse habe ich daran gearbeitet, sowohl meine menschliche, als auch meine professionelle Seite durch solche Erfahrungen zu bereichern. Ich bin damals schon zum High School Aufenthalt in den USA gewesen, später während meines Bachelorstudiums in Portugal und habe 2007 mein Masterstudium in den Niederlanden aufgenommen. Auch mit Praktika habe ich bereits während der Schulzeit begonnen. Im Rahmen meines Masters habe ich schließlich ein Praktikum in Neuseeland absolviert, und befinde mich nun für mein siebtes und hoffentlich letztes Praktikum in Frankreich. Dank meiner Erfahrungen im Ausland bin ich zu dem offenen Menschen geworden, der ich heute bin. Ich habe gelernt, Fremdes zu akzeptieren und mich zu integrieren, ohne dabei meine eigene Authentizität zu verlieren. Vor allem bin ich dadurch extrem flexibel geworden: In den letzten zwei Jahren habe ich in fünf verschiedenen Ländern gelebt. Ich komme schnell in einem neuen Umfeld zurecht und finde großen Gefallen an einem so abwechslungsreichen Lebensstil. Auch fachlich habe ich natürlich bei meinen Praktika viel gelernt und wertvolle Kenntnisse erworben. Ich denke, dass diese Erfahrungen mich für eine Karriere im internationalen Umfeld auch sehr gut qualifizieren.
Der Lerneffekt eines Praktikums ist natürlich mit Geld nicht aufzuwiegen. Trotzdem finde ich es schade, dass man heutzutage als Praktikant mit Studienabschluss Vollzeit für eine Institution arbeiten kann, ohne eine finanziellen Anerkennung dafür zu erhalten, und das bei ohnehin schon hohen Reise- und Lebenshaltungskosten im Ausland, und den zuzüglichen Studiengebühren, die ich parallel weiter zahlen musste.
Man könnte mich also als gebranntes Kind der Generation Praktikum bezeichnen. Von meinen sieben Praktika sind nur zwei bezahlt gewesen, und diese beiden auf 400 Euro Basis, sodass gerade einmal meine Fahrtkosten gedeckt wurden. Meinen letzten beiden Praktika, die ich wohlbemerkt im Rahmen meines Masterstudiums absolviert habe, für die ich also bereits einen Bachelorabschluss und damit einhergehende Qualifikation vorweisen konnte, waren gänzlich unbezahlt. Dazu muss man betonen, dass es sich beide Male um mit hohen Kosten verbundene Auslandspraktika handelt, bzw. gehandelt hat. Insbesondere mein Praktikum in Neuseeland hat mich in große Unkosten gestürzt. Die Rede ist von einem Flug, der 1.600 Euro gekostet hat, und extrem hohen Miet- und Lebenshaltungskosten. Zwar habe ich hierfür ein Kurzstipendium vom DAAD erhalten, jedoch hat dieses nicht einmal den Preis meines Fluges abgedeckt. Letztendlich habe ich für den Aufenthalt fast mein gesamtes Erspartes verwenden müssen. Mein jetziges Praktikum absolviere ich in Frankreich, und auch dieses ist unbezahlt. Frankreich ist zwar nicht so weit entfernt und nicht so exotisch wie Neuseeland, aber immerhin auch nicht ganz billig und mit zusätzlichen Fahrtkosten für mich verbunden.
Nun bin ich hoffentlich fast am Ende meiner Praktikantinnen-Karriere angekommen und muss in den nächsten Wochen meine Masterarbeit verfassen. Da ich aber im letzten halben Jahr einen Großteil meines Ersparten für die Auslandspraktika ausgegeben habe, würde ich mich freuen, wenn ich durch das demokratische Stipendium einen Zuschuss für meine Masterarbeit bekommen würde. Zum einen benötige ich natürlich eine Menge an Literatur, zum anderen habe ich mir einen neuen Laptop angeschafft, da ich meinem alten, bald zehnjährigen weitgereisten Gefährten diese Strapazen wirklich nicht mehr zumuten kann.















