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Ana Cecília, 28

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Stipendium für die Doktorarbeit

Medizin, München

Bewirbt sich um 3000 €

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Ana Cecília. Ich bin 25 Jahre alt und Ärztin aus Joao Pessoa, Paraíba, Brasilien.

Mit diesem Schreiben möchte ich mich für das I. demokratische Stipendium der Absolventa bewerben.

Erlauben Sie mir die Gründe für meine Bewerbung im Folgenden aufzuführen: Im März 2008 habe ich mein Humanmedizinstudium an der Universidade Federal da Paraíba (UFPB) in Joao Pessoa beendet. Seit Anfang meines Studiums wusste ich, dass ich mich in meinem beruflichen Leben der Kinderheilkunde und speziell der Neonatologie zuwenden will. Während meines Studiums konnte ich praktische Erfahrungen in Fachbereich Pädiatrie sammeln. Ich habe Praktika im Universitätsklinikum und der städtischen Entbindungsstation meiner Heimatstadt absolviert. Besondere Eindrücke hinterließ bei mir eine zweimonatige Hospitation in einem „Gesundheitsposten“ in einem kleinen Dorf im armen Hinterland Paraíbas.
Im Dezember letzten Jahres habe ich Kontakt zu Frau Professor Genzel-Boroviczénzy aus der Neugeborenenabteilung der 1. Frauenklinik der LMU München geknüpft. Ich konnte erfahren, auf was für einem hohen Niveau die neonatologische Intensivmedizin und die Betreuung Neu- und Frühgeborener hier in Deutschland stattfindet. Das war ein prägendes Erlebnis für mich!
Während dieser Zeit erhielt ich einen guten Einblick in die Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppe von Frau Professor Genzel-Boroviczény. Die Gruppe beschäftigt sich mit der Blutzirkulation der Haut in verschiedenen pathologischen Zuständen bei Neu- und Frühgeborenen.

Durch eine neuartige Messmethode, das „orthogonal polarisation spectral imaging (OPS)“, kann man schnell und nichtinvasiv die Kreislauffunktion kranker Neu- und Frühgeborener überwachen.

In meiner Arbeit untersuche ich mit dem OPS-Gerät die Hautdurchblutung bei Kindern mit Diabetes mellitus Typ I. Frau Professor Genzel-Boroviczény betreut die Promotion als Doktormutter.

Es ergibt sich die Möglichkeit, eine enge wissenschaftliche und klinische Zusammenarbeit der Neonatologie/Pädiatrie der LMU mit der neonatologischen Abteilung des Universitätklinikums meiner Heimatstadt zu etablieren. Die neuartige Messmethode, an der hier in München geforscht wird, würde in Joao Pessoa sicher gerne übernommen werden. Die Neugeborenen in der Region Brasiliens, aus der ich komme, sind oft unterernährt oder schwer krank. Die Verwendung der Methode der Mikrozirkulationsmessung könnte die neonatologische Intensivmedizin in Joao Pessoa deutlich verbessern. Ich habe dahingehend bereits Kontakt mit einigen Ärzten des Universitätklinikums von Joao Pessoa aufgenommen.

Das Promotionsthema allein wird schon viel Konzentration und Zeit in Anspruch nehmen! Zusätzlich möchte ich die oben erwähnte Zusammenarbeit der beiden Universitäten in der Neonatologie mitorganisieren.

Deutschland (und insbesondere München) ist leider sehr teuer und um neben der Promotion zu arbeiten fehlt mir die Zeit. Meine Eltern schicken mir zwar monatlich Geld, aber es reicht nur eben so. Mit meinem eigenen gesparten Geld habe ich hier in München einen Deutschintensivkurs gemacht (Abschluss C1), um so schnell wie möglich in der Forschungsgruppe von Professor Genzel-Boroviczény beginnen zu können.

Meine Doktormutter hat mich über das Absolventa-Stipendium informiert. Ich finde das System der demokratischen Abstimmung eine tolle Idee!
Eine Summe von 3000 Euro als Unterstützung für mein Forschungsprojekt würde mir unglaublich viel helfen!
Eine Promotion in Deutschland hat viele Vorteile für meine berufliche Weiterentwicklung in Brasilien. Der größte Nutzen meiner Zeit als Doktorandin in Deutschland wäre es aber, wenn ich mit den klinischen und wissenschaftlichen Methoden, die ich hier in München lerne, dazu beitragen kann, die Versorgung Neu- und Frühgeborener in Joao Pessoa zu verbessern.
Vielen Dank das Sie Studierenden und Doktoranden eine solche Möglichkeit eröffnen!
Mit freundlichen Grüßen
Ana Cecília