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Anne, 27

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Stipendium für ehrenamtliche Tätigkeit

Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, Berlin

Bewirbt sich um 2000 €

Lieber Leser,
mein Name ist Anne Schulze. Ich bin 24 Jahre alt und studiere Gesellschafts- und
Wirtschaftskommunikation (GWK) an der Universität der Künste Berlin. Für
das Absolventa‐Stipendium habe ich mich beworben, weil es mir ermöglichen
würde, die Tätigkeit, die ich zurzeit ausführe und an der mein Herzblut hängt,
noch die nächsten zehn Monate ausüben zu können. Warum dieser Umstand für Sie
interessant sein sollte und wieso mir diese Aufgabe so viel bedeutet, möchte
ich im Folgenden schildern.
Als ich vor knapp anderthalb Jahren an die Universität der Künste gegangen
bin, um dort mein Studium aufzunehmen, hatte ich schon einiges erlebt.
Ereignisse und Erfahrungen, die mich zu dem Mensch gemacht haben, die ich
heute bin. Das erste dieser Schlüsselerlebnisse ist das Jahr, das ich vor
meinem Abitur im Ausland verbracht habe. In Brighton habe ich viel über
Freundschaft, Akzeptanz und mich selbst gelernt. Obwohl ich schon vorher kein
Mauerblümchen war, bin ich doch nach einem Jahr voller Tatenkraft, Mut und
Selbstbewusstsein nach Berlin zurückgekehrt. Meine Mutter ist wohl die beste
Zeugin dafür.
Als ich wiederkam, zog ich mit einer Freundin zusammen, wechselte die Schule
und lebte meine neue Freiheit aus. Ich drehte der Schauspielerei, wenn man
mein Tun im Kinder‐ und Jugendtheater als solches bezeichnen kann, den Rücken
zu und versuchte mich als Regisseurin. Ich entdeckte mein Talent für
Organisatorisches, merkte, dass ich gut mit Menschen zusammenzuarbeiten kann
und erkannte meine kommunikativen Fähigkeiten. Und obwohl mein kreatives
Schaffen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgereift war, wusste ich doch, dass
ich genau das einmal machen möchte – meine Stärken in einem kreativen Umfeld
entfalten.
Während der Abiturphase habe ich mich daher für Ausbildungsstellen zur
Werbekauffrau beworben. Mich hat diese Welt fasziniert. Werbung; so schillernd
und voller guter Ideen … Wie Sie wahrscheinlich wissen, sieht die Wahrheit
anders aus – aber für mich nicht unbedingt schlechter. Eine renommierte
Agentur bot mir die Chance, mich während der Ausbildung in verschiedenen
Aufgabengebieten auszuprobieren, meine Fähigkeiten besser kennenzulernen und
meine Grenzen auszutesten. Es war eine unvergleichliche, interessante und
herausfordernde Zeit, die mich auch in meiner persönlichen Entwicklung weit
gebracht hat. Wieder wurde ich selbstbewusster – vor allem im Umgang mit
Kollegen und Geschäftspartnern – und lernte mehr über meine Stärken und
Schwächen.
Doch nach knapp drei Jahren Agenturalltag, bot sich mir wenig Neues, also
beschloss ich mein praktisch erlerntes Wissen auf theoretischem Boden nähren
zu lassen und entschied mich für ein Studium. Meine Wahl fiel auf GWK, da ich
von Freunden bereits viel über den Studiengang erfahren hatte und von der
wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Seite des Studiums begeistert war.
Kunst, Kultur, Soziologie … nach drei Jahren praktischer Arbeit wollte ich
meinem Geist freien Lauf lassen; wieder lesen, analysieren und schreiben.
Genau das erwartete mich und obwohl ich bereits zu Beginn meines Studiums
ahnte, dass mir die Praxis fehlen würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch
nicht wissen, wie sehr ich nicht ohne Aufgabe, ohne organisatorische Arbeit,
ohne „geschäftiges Treiben“ sein konnte.
Als mich im November 2007 eine Kommilitonin fragte, ob ich im Berliner
KommunikationsFORUM e. V. (FORUM) den Werbekongress ehrenamtlich mit
organisieren wolle, musste ich nicht lange überlegen. Es klang nach Spaß,
Teamwork und einer Aufgabe, bei der man viel Neues erfahren und lernen würde.
Und genauso war es. Im Kollektiv von vierzig Studenten arbeiteten wir über
neun Monate daran, eine dreitägige Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die
jährlich über zweihundert Studenten mit achtzehn Agenturen und über fünfzig
Profis aus der Kommunikationsbranche vernetzt. Es war eine Aufgabe, die mir so
viel mehr bot, als eine bezahlte Arbeit. Hier konnte ich meine Ideen
einbringen, mit anderen Studenten eigene Wege beschreiten und mich für etwas
engagieren, von dessen Qualität, Mehrwert und Nutzen ich überzeugt war.
Im Sponsoring‐Team waren wir verantwortlich für die (Kalt‐)Akquise und
Betreuung der Sponsoren. Dazu muss man sagen, dass es sich beim Werbekongress
um eine Veranstaltung handelt, die ohne Unterstützung von engagierten
Unternehmen nicht umzusetzen wäre. Ich überwand meine Hemmungen und lernte,
wildfremde Leute am Telefon anzusprechen, sie von unserem Produkt zu
überzeugen und schließlich sogar in Verhandlungen mit ihnen zu treten – ein
Geschick, an dessen „Perfektion“ ich bis heute feile. Unser Team war großartig
und ich war froh den anderen als Teamleiterin in punkto Organisation und
Kommunikation (mit der Projektleitung) ab und zu unter die Arme greifen zu
können.
Schnell begann ich mich mit meiner Arbeit, mit dem Projekt, mit dem FORUM zu
identifizieren. Ich erkannte das Potential des Vereins, die Möglichkeiten, die
sich Studenten hier bieten und verliebte mich im wahrsten Sinne des Wortes in
meinen Arbeitsplatz. Und obwohl es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit
handelte und ich zu diesem Zeitpunkt nebenbei als Werkstudentin in einer
Agentur arbeitete, um Geld zu verdienen, zögerte ich keine Sekunde als mir der
Posten der Geschäftsführerin angeboten wurde. Ich konnte mir das Studium nicht
mehr ohne die Arbeit im FORUM vorstellen und als Geschäftsführerin bot sich
mir die Möglichkeit, im Studium erlerntes praktisch anzuwenden – Theorien,
Modelle und Erkenntnisse aus Veranstaltungen wie Konzeptionsentwicklung,
strategische Unternehmenskommunikation, Mediensoziologie, Beratung u.v.m. Ich
erkannte in diesem Angebot eine einmalige Gelegenheit und die seltene Chance
Studium, Leidenschaft und Job zu verbinden.
Seit Oktober 2008 agiere ich nun als „leitende Angestellte“. Ich liebe alles
rund um meinen neuen Job. Ich bin stolz darauf, Projekte wie den
Werbekongress, SO KLINGT BERLIN und den BruttoSozialPreis umzusetzen –
einmalige Veranstaltungen, die Studenten, junge Talente und Auszubildende mit
den Creative Industries zu vernetzen. Es sind Veranstaltungen, die Studenten –
also vielleicht auch Ihnen – eine Möglichkeit bieten, andere junge Kreative
und Strategen, sowie Profis aus der Branche kennen zu lernen. Es sind
Veranstaltungen, die einen Einblick in die Praxis geben und somit vor allem
jungen, unerfahrenen Studenten Orientierung bieten.
Hunderte von Studenten, Absolventen und „Young Professionals“ profitieren von
dem einmaligen Angebot des Vereins. Sie werden geschult, vernetzt und im
Idealfall in den Arbeitsmarkt eingeführt. Die Arbeit des FORUMS ist eine
wichtige – eine von gesellschaftlicher Relevanz. Dahinter steht ein komplexer
und vielseitiger Organisationapparat, der angeleitet werden muss. Als
Geschäftsführerin arbeite ich zusammen mit den Projektleitern, allen
Teammitgliedern und externen Stakeholdern daran ein Angebot zu realisieren,
das für alle Beteiligten einen Mehrwert schafft. Mein Ziel ist es diese
Aufgabe erfolgreich zu meistern und die Projekte in ihrer Struktur sogar zu
verbessern.
Ich hoffe, ich konnte Sie davon überzeugen, dass das Absolventa‐Stipendium für
mich – und viele andere junge Studenten – einen Sinn erfüllen würde, der weit
über Praktikabilität und Zweckmäßigkeit hinausgeht. Ich arbeite ehrenamtlich
und habe durch die Doppelbelastung keine Zeit, einen anderen Job anzunehmen.
Ich liebe meine Tätigkeit im Verein und ich möchte all meine Energie in den
Erfolg der Projekte investieren, aber ohne das Absolventa‐Stipendium wird dies
nicht möglich sein.
Mit freundlichen Grüßen
Anne