- In Kooperation mit
-
Wolfgang, 37
-
-
Stipendium für Coach Ausbildung
Soziale Arbeit, Nürnberg
Bewirbt sich um 450 €
Zunächst freue ich mich über den Einzug in die zweite Runde und hoffe, mich mit diesem Schreiben weiter qualifizieren zu können.
Da ich derzeit im Rahmen meiner Diplomarbeit das Thema „Coaching und die Bedeutung der Theorien der Sozialen Arbeit“ untersuche, würde ich das Geld auch für die persönliche Forschung in dieser Materie investieren.
Coaching ist seit geraumer Zeit ein Instrument, welches in Führungsetagen oder dem Mittlerem Management zur Lösung von Problemen, Weiterentwicklung, organisatorischen Veränderung, Karriereplanung etc. eingesetzt wird. Dieses sehr komplexe Feld löst allerdings sehr viele Kontroversen aus. Innerhalb der unterschiedlichen Coachingrichtungen kämpfen die Vertreter der verschiedenen Professionen um die Achtung und die Wirksamkeit ihres Ansatzes.
Argumentiert wird mit wissenschaftlicher Fundiertheit des Ansatzes, ausgeklügelten Konzepten, Problemlösungen und vielem mehr. Einen wichtigen Aspekt stellen allerdings die finanziellen Möglichkeiten, die die Arbeit als Coach bietet, dar. Erhält ein Coach Zugang zu Unternehmen und arbeitet erfolgreich mit seinen Klienten, eröffnet das ihm ein überdurchschnittliches Einkommen. Umso attraktiver und interessanter sind damit zum einen für den Einzelnen die Ausbildung zum Coach und zum anderen aber auch der Markt für Ausbildungsstätten zum Coach geworden. Sucht man in einer Internet Suchmaschine nach Ergebnissen zum Thema „Coaching“, erhält man zahllose Angebote diverser Coachingagenturen. Diese reichen vom Fernstudium zum „Coach in zwei Wochen“ bis zu Kursen, welche einen intensiven, mehrmonatigen Lernaufwand in Seminarform benötigen. Daraus resultiert die Problematik, ein für sich passendes, aber vor allem, ein seriöses Ausbildungsangebot zu finden.
Wie bereits oben genannt, gibt es viele verschiedene Richtungen und Ansätze, auf denen Coaching basiert. Doch verbindet alle Ansätze die Gemeinsamkeit der Begleitung, Beratung und Hilfestellung einzelner Individuen oder Gruppen, die konkrete Hilfe suchen und einen Veränderungsprozess bei sich oder der Organisation wünschen oder als wichtig erachten.
Es geht darum, die Selbstregulation oder Selbstmanagementfähigkeit des Adressaten (wieder) herzustellen. Im traditionellen Coaching liegt der Schwerpunkt des Coachings auf der beruflichen Veränderung, Problemen von Führungskräften mit Untergebenen etc. Diese Reduktion auf das berufliche allerdings wird problematisch, wenn der Begriff des Coachings auf den Begriff der Lebensführung erweitert wird, in dem die berufliche, wie die private Rolle untrennbar miteinander verbunden sind. Internalisierte Mechanismen im Umgang mit Menschen, die in der Kindheit zunächst in der primären Sozialisation von den Eltern oder/und Bezugspersonen gelernt werden, später durch Schule und Beruf, sind stark vom funktionierenden Umgang im Alltag mit privaten Personen geprägt. So werden diese Mechanismen oder Bewältigungsstrategien, so die These, eben auch in der späteren Führung, wenn auch durch Erfahrung modifiziert, von Menschen angewandt. Diese eindeutige Trennung von Alltag und Beruf erweist sich schließlich als schwierig, wenn nicht gar als Trugschluss.
Hier schlage ich die Brücke zur Sozialen Arbeit. Welche Rolle hat diese von ihrer Natur aus inne? Sozialpädagogen arbeiten mit Menschen, die hilfebedürftig sind. Sie unterstützen Menschen in ihrem individuellen Alltag, geben Hilfe zur Selbsthilfe, um die jeweiligen Klienten zu mehr Eigenständigkeit zu verhelfen oder verschüttete Fähigkeiten wieder freizulegen.
Die Parallelen von Coaching und Sozialer Arbeit sind vorhanden, ebenso eine große Schnittmenge im Methodenpool.
Die Soziale Arbeit speist sich auf vielen verschiedenen Ansätzen anderer Disziplinen, wie z. B. der Gesprächsführung, deren Theorie aus der Psychologie entstammt, der Soziologie und vielen mehr. Auf dasselbe Methodenrepertoire greifen die vielen Coachingansätze ebenfalls zurück. Gruppenverhalten, Rollenverhalten, Steigerung des Selbstwertes, Entscheidungsfindung, all diese Stichpunkte spielen in beiden, Coaching, wie Soziale Arbeit eine wichtige Rolle.
Sieht man sich aber den Markt an, verlieren sich Sozialpädagogen, die im Coachingbereich tätig sind, zu einer kleinen Minderheit. Obwohl sich beide Professionen desselben Handwerkzeuges bedienen.
Daraus ergibt sich meine Frage warum so wenige Sozialpädagogen diesen Arbeitsbereich für sich nutzen und „betriebsfremden“ dieses Feld überlassen?
Um nun zum Verwendungszweck meines potentiellen Stipendiums zurückzukommen:
Ich möchte an einem Seminar zur Ausbildung zum Coach teilnehmen und deren Inhalt auf die Verwendung sozialpädagogischer Gehalte überprüfen. Dafür würde ich gerne ein Basisseminar (siehe untenstehenden Link) besuchen und die Methode des NLP auf deren Inhalt untersuchen, um Rückschlüsse auf die Inhalte des Studiums der Sozialen Arbeit und der Verbindung zum Coaching zu ziehen.
Die Kosten für das Seminar betragen 180 Euro. Die Kosten für drei Übernachtungen, sowie An- und Rückfahrt würden bei ca. 270 Euro liegen. Dadurch entstehen Gesamtkosten von ca. 450 Euro.
Ich bin der Meinung, dass dieses Geld sinnvoll investiert wäre, da es der Forschung und der Bedeutung der Sozialen Arbeit in der Welt der Wissenschaften dienlich wäre und hoffe, dass Sie mit mir einer Meinung sind und mich in meinem Vorhaben unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang















