- In Kooperation mit
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Stefan, 28
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Stipendium für Studium
BWL, Politikwissenschaft, Soziologie, Würzburg
Bewirbt sich um 500 €
„Ich habe zehn Gebote. Die ersten neun lauten:
Du sollst nicht langweilen.“
Wie schön wäre es gewesen, wenn uns Billy Wilder neben schlauen Worten noch eine Anleitung für das perfekte Motivationsschreiben hinterlassen hätte: ich könnte mir das Leben etwas einfacher machen, du müsstest dich nicht durch öde Pamphlete quälen und Sie hätten am Ende vielleicht noch Spaß an Ihrer Arbeit gehabt.
Von wegen!
Dann mache ich mir eben Gedanken zur Schadensbegrenzung. Wie wäre es mit einem Witz zum Einstieg, um das Eis zu brechen? Netter Gedanke, doch schon haben wir den Salat: Woran erkennt man einen guten Witz, wenn man nicht weiß, wem genau man ihn erzählen soll? Da ist der Reinfall programmiert.
Ein gutes Zitat muss also her. Nur was für eins?
Politisch korrekt? Klingt gefährlich nach spießbürgerlicher Besserwisserei.
Politisch unkorrekt? Nennt sich mittlerweile jeder, dem der Mut zur eigenen Meinung fehlt.
Philosophisch? Negativ, das Phrasenlexikon gibt nichts Passendes her.
Da hilft wohl nur der Griff zu William Shakespeare, der Allzweckwaffe der Rhetorik: „Wo Worte selten, haben sie Gewicht“. Halten wir uns an diesen Rat und kommen ohne weitere Umschweife zum Thema: Wer bin ich, warum hätte ich gerne das Stipendium und was kann ich dir für deine Stimme bieten?
Nach Abitur und Wehrdienst begann ich das Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und BWL mit großer Euphorie – der Gedanke, das Zusammenspiel komplexer Systeme verstehen zu können, hatte schon immer eine große Faszination auf mich ausgeübt. Leider wich die Begeisterung jedoch schon bald großer Enttäuschung. Statt ein Gefühl für die Zusammenhänge der Theorien Schumpeters, Webers oder Barnards zu vermitteln, wurden diese bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und in die Korsette der jeweiligen Disziplin gepresst: Vorlesungen verkamen zur Zeitverschwendung und Professoren zu den Folterknechten der Gegenwart.
Ich hatte die Wahl: Sollte ich das Studium abbrechen oder weiter einem wirren Traum hinterherjagen? Aufgeben war nie meine Stärke gewesen, also setzte ich alles auf eine Karte: ein komplettes BWL-Studium musste fortan nebenher laufen, das Zusammensetzen der Bruchstücke wurde zu meiner Freizeitbeschäftigung.
Obwohl der Arbeitsaufwand deutlich zugenommen hatte, ließ er sich meist gut verteilen. Hausarbeiten während des Semesters, Klausuren in den Semesterferien – es blieb wei-terhin genug Zeit für meine Jugendgruppe, ich konnte meinen Fußballverein nach Kräften unterstützen und musste keine Party aus Zeitgründen absagen. Im Gegenteil: Mein Freundeskreis wurde immer größer und es eröffneten sich immer neue Perspektiven. So verdiente ich mir als Hiwi das Geld für mein Studium, blickte als Journalist hinter die Kulissen der Bundesliga und hatte als T-Shirt-Verkäufer in Wacken und Co. ein zweites Zuhause gefunden. Meine Hobbys wurden meine Einnahmequellen und meine Träume Realität – ich musste hart dafür arbeiten, das Ergebnis war es aber immer wert.
Leider lässt sich diese Geschichte nicht ohne Weiteres fortsetzen. Das erste Studium will beendet werden, der zweite Abschluss soll bald darauf folgen – die Kosten steigen gewaltig, die verfügbare Arbeitszeit schrumpft dank ambitionierter Ziele immer weiter. Auch Stipendien waren bislang keine Lösung: für Bafög hatten meine Eltern den falschen Beruf, für den Wegfall der Studiengebühren nicht genug Kinder, für Unternehmen schien mein Erststudium zu uninteressant und für parteipolitisches Engagement fehlte mir das Interesse.
Das demokratische Stipendium des Absolventa e.V. ist nun meine Chance auf finanzielle Unterstützung. Damit auch andere Bewerber eine faire Chance haben, beschränke ich mich auf einen bescheidenen und nachvollziehbaren Wunsch: ein Semester studieren, ohne 500 Euro Studiengebühren verdienen zu müssen, wäre eine wirklich tolle Sache.
Ich hoffe darauf, mit diesen Worten überzeugen und vielleicht sogar ein bisschen Mut machen zu können: wer für seinen Erfolg arbeitet, Widerstände überwindet und seine Träume nie aus den Augen verliert, wird am Ende dafür belohnt werden.
Und so möchte ich auch dir etwas für deine Stimme bieten:
„Das gute Gefühl, ausnahmsweise einmal
nicht den Falschen gewählt zu haben.“
Vielen Dank!















