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Stipendium für Diplomarbeit

BWL, Köln

Bewirbt sich um 1500 €

Warum Absolventa e.V. mich fördern sollte:

Als ich das erste Mal bei Absolventa über ein „demokratisches Stipendium“ gelesen habe, lächelte ich müde. Wieder so eine Elite-Förderung, die sich nach Noten richtet. Dabei habe ich nicht mal einen schlechten Durchschnitt, aber so manch ein Fach, zum Beispiel Statistik, liegt mir einfach gar nicht.
Außerdem hat man am Anfang des BWL-Studiums an der Universität zu Köln in der Regel keine Ahnung von Tuten uns Blasen. Ich war erst 19 Jahre alt, kam direkt von der Schule, stolz das Abi in der Tasche…Ach ja, Erinnerungen. Und jetzt, mit fast 25, nach einem anstrengenden, aber lehrreichen Studium, fragt man mich nach Noten von damals, nach dem Vordiplom. Tja, das kann ja nichts werden.
Politisch interessiert bin ich auch nicht sonderlich, ebenso wenig religiös – damit entfallen alle mir bekannten Stipendien, jedenfalls für mich. Denn ein „high potential“ BWLer mit Bankerausbildung und Corporate Finance oder gar Statistik im Hauptfach und einer eins vor dem Komma bin ich nun mal auch nicht. Trotzdem kann ich sagen, dass ich durchaus engagiert bin, das Studium zügig und vor allem immer mit einem Lachen im Gesicht durchgezogen hab und jetzt ncht nur am Ende der Ausbildung sondern – tja, am Ende meiner finanziellen Kräfte angelangt bin.
Deswegen freute es mich umso mehr, als ich bei Absolventa genauer las, was das demokratische Stipendium bedeutet. Sofort war klar, dass ich mich bewerben muss! Schließlich befinde ich mich mitten in meiner Diplomarbeit, die mehr Zeit kostet, als ich dachte. Diejenigen, die es hinter sich haben, wissen wahrscheinlich, was ich meine. Daneben gehe ich natürlich arbeiten, schreibe fleißig Texte für eine Mädchenwebsite und mache ein paar Kinder – und meinem Chef - glücklich. Nur bringt so ein Job leider nicht das große Geld.
Natürlich hatte ich mich damals für das BaföG entschieden, aber das wird bekanntlich nur in der Regelstudienzeit von nur neun Semestern bezahlt. Da ich aber ein Auslandssemester und ein Praktikum gemacht habe, ohne mich freistellen zu lassen, bin ich offiziell im 11. Semester. Im Grunde ist 11 in Köln eine gute Zahl - nicht nur, weil der 11.11. Karnevalsbeginn ist, sondern weil die Durchschnittsstudienzeit für BWL an der Uni wesentlich mehr beträgt. Das interessiert nur das BaföG-Amt nicht. Damit zurück zu meiner Situation: Im 11. Semester, mitten in der Diplomarbeit, geringes Einkommen und kaum die Möglichkeit, mehr zu arbeiten (20-Stunden-Vertrag). Die Diskothek, in der ich ab und zu noch nebenbei nachts an der Kasse stand, schließt jetzt übrigens auch noch. War ja klar.
Abgesehen von den Schulden, die ich schon habe und an die ich im Moment gar nicht denken will, sieht es also ganz so aus, als müsste ich noch mehr davon anhäufen. Ein Dasein als energiegeladene, angehende Diplom-Kauffrau hatte ich mir damals irgendwie anders vorgestellt.
Jammern will ich trotz allem nicht, sondern an meiner Situation etwas ändern. Und zwar mit einem weiteren Praktikum. Trotz aller Warnungen und Negativberichte von der „Generation Praktikum“ glaube ich, dass so ein Einstieg auf Zeit in einem Unternehmen doch ganz nützlich sein kann, auch für den Praktikanten. Nun aber noch ein winziges Problem: der Bildungskredit, den ich beantragt hatte, gilt nicht für Praktika. Nicht, dass ich keinen Kreditanspruch mehr habe, ich muß auch noch anfangen, den bisherigen Teil zu tilgen. Jetzt. Aber wovon?
Genau da kommt Absolventa ins Spiel. Am Ende wird alles gut, daran glaube ich ganz sicher. Außerdem glaube ich (was zur Selbsterhaltung jeder tun sollte, Wirtschaftspsychologie), dass jeder am Ende das bekommt, was er verdient. Genau deswegen finde ich auch, dass Absolventa e.V. auch mich fördern sollte. Ich habe mich in allem genug angestrengt, um eine kleine Unterstützung zu verdienen. Mit dem demokratischen Stipendium könnte ich das Praktikum machen und weiter parallel konzentriert an der Diplomarbeit schreiben, ohne noch am Wochenende arbeiten zu müssen, um Schulden zu tilgen. Oder darüber nachzudenken, bei welcher Bank ich als nächstes ein Kundenkonto eröffnen kann, um ihnen die horrenden Zinsen für den Dispo in den Rachen zu werfen, damit ich den Bildungskredit abbezahle. Für mein Vorhaben würden sogar schon 1500,- Euro reichen, denn das ist die Höhe des bisherigen Kredits. Und dann kann ich weiter daran arbeiten, dass ich doch noch Karriere mache.