- In Kooperation mit
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Robert, 28
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Stipendium für Studium
BWL, Saal/Donau
Bewirbt sich um 2000 €
Hallo liebes Absolventa-Team, Hallo liebe Studenten!
Als ich die Mail bekommen habe, dass ich für die 2. Runde des Demokratischen Stipendiums
ausgesucht wurde, konnte ich es erst gar nicht fassen. Daraufhin habe ich mir viele Gedanken
gemacht, warum genau ich für das Stipendium der Richtige bin. Und ich kam zu dem
Entschluss, ich denke es gibt viele die es verdient hätten. Viele haben in ihrem Gebiet oder
auf ihre Weise Erstaunliches geleistet oder geschafft. Nichts desto trotz versuche ich Euch mit
diesem Schreiben zu erklären beziehungsweise darzustellen, warum genau ich der Richtige
für das 1. Demokratische Stipendium vom Absolventa e.V. bin.
Ich muss lange Zeit zurückgehen, um den Anfang zu finden, als ich das erste Mal die
Begeisterung für die Börse, die Wirtschaft, die Kapitalmärkte bzw. Finanzmärkte entdeckte.
Ich war damals 14. Es sind also bereits 11 Jahre vergangen, als mich die Faszination der
Wirtschaft packte. Ich weiß es noch wie heute. Damals fand ich eher zufällig eine
Börsenzeitschrift von meinem Vater. Er war schon länger an der Börse aktiv. Anfangs hab ich
immer nur ein bisschen in den Heften rumgeblättert, ab und an mal einen Artikel gelesen, und
mir die- zur damaligen Zeit noch „schönen Bilder“(Charts)- bewundernd angeschaut. Und ich
fragte mich immer, wie geht das. Das können bestimmt nur die Besten der Besten. Somit war
die erste Begeisterung für das Thema Wirtschaft, und ganz im Speziellen für das Thema
„BÖRSE“ bei mir geweckt. Ab diesem Zeitpunkt las ich mir die Börsenzeitschrift jede Woche
akribisch und mit größter Sorgfalt durch. Die Tatsache, dass sich zu dieser Zeit die Märkte
relativ gut entwickelten und somit in fast allen Medien behandelt wurden, verstärkte mein
Interesse noch mehr. Darüber hinaus konnte sich mein bester Freund auch sehr stark für die
Börse begeistern, was uns einige Nachmittage und Abende bescherte, an denen wir unsere
Erkenntnisse und Neuigkeiten aus dem Gelesenen und Gehörten diskutierten und etwaige
Anlageentscheidungen miteinander besprachen. Dies hat sich bis zu dem heutigem Zeitpunkt
bewährt und wir besprechen auch heute immer wieder unsere Anlageentscheidungen und
holen uns den Rat des Anderen ein.
Im Jahr 1999/2000 kam dann der große Internet-Boom, und jeder meinte nur noch, heute
muss man kaufen, ab morgen gibt es keine Aktien mehr. Ich verfolgte das Thema sehr
interessiert und bin von diesem Fieber auch selbst angesteckt worden. Doch auf jede
Übertreibung folgt das bittere, jähe und leider auch fatale bzw. in diesem Fall „zerstörerische“
Ende der Hausse. Als um 2000/2001 die Kurse massiv einbrachen und jeder nur noch aus dem
Markt wollte, lernte ich die andere Seite der Börse kennen. Es geht noch viel schneller nach
unten als nach oben. Das war meine erste bittere Erfahrung auf dem Feld „Börse“. Ich wollte
diese nie wieder in diesem Ausmaß erleben müssen. Nun, es grenzt schon fast an „Zufall“,
dass ich mir genau zu diesem Zeitpunkt- an dem die Märkte wieder extreme Situationen
erleben- angesichts diesem Schreibens über die damaligen Geschehnisse längere und
ausführliche Gedanken mache.
Die damaligen Geschehnisse waren auch ein extrem entscheidender Zeitpunkt für meine
weitere Entwicklung. Zuerst hatte ich genug von dem Ganzen. Ich verdammte die Börse, als
Teufelswerk und wollte davon nichts mehr wissen. Doch nach ein paar Monaten, als ich mich
auch nicht mehr weiter damit beschäftigte, ließ es mich nicht in Ruhe, und ich dachte mir:
Komm, du musst aus dem Passierten lernen und nicht den Kopf in den Sand stecken und alles
in Frage stellen beziehungsweise kritisieren. Und somit begann ich mich wieder auf die Börse
einzulassen, und wollte noch viel mehr als zuvor davon wissen. Dieses Gefühl vertiefte sich
auch in meiner Zeit als ich meine Bankausbildung machte. Am liebsten hielt ich mich immer
in der Wertpapierabteilung auf, und hätte- wäre es erlaubt gewesen- am liebsten die Kunden
selbst beraten, was denn das Beste für Sie wäre.
Nach der Ausbildung wollte ich mir dann allerdings noch einen umfangreicheren Einblick in
das ganze Konstrukt „Wirtschaft“ verschaffen, und entschied mich somit für ein BWLStudium
an der Fachhochschule Landshut. Und auch hier fühlte ich mich bereits in den ersten
Wochen bestens aufgehoben. Die meisten Themen bzw. Fächer konnten mich von Anfang an
begeistern, weshalb ich sofort wusste: das willst du schaffen. Dafür gibst du ALLES.
Daraufhin liefen die ersten beiden Semester auch bestens, und ich konnte, nachdem ich alle
Prüfungen aus den ersten beiden Semestern bestanden hatte, beruhigt in mein Praktikum
gehen. Und wie sollte es auch anders sein, es führte mich wieder in die Welt der
„Finanzmärkte“. Zum Glück konnte ich ein Praktikum an der Stuttgarter Börse, im
Handelssegment Euwax AG ergattern. Von Anfang an war ich fasziniert von den Desks, den
vielen Bildschirmen, den vielen verschiedenen Programmen und der Kürze der Zeit, in dem
man dort Entscheidungen treffen muss. An meinem ersten Tag dachte ich mir immer: das
schaffst du nie, dass du 5 Bildschirme gleichzeitig überblickst und dann noch die richtige
Entscheidung triffst, und das alles in kürzester Zeit von ein paar Sekunden. Doch wie ich
erstaunlicherweise feststellen konnte, gelang es mir doch sehr gut, und mir wurde bereits nach
kurzer Zeit einiges an Verantwortung übertragen, was für einen Praktikanten das beste
Zeichen für die Zufriedenheit des Arbeitgebers ist. Von diesem Erfolg weiter angespornt,
wollte ich mehr. Ich entschloss mich daraufhin zu versuchen, mich im Ausland
weiterzubilden. Davor stand allerdings noch das 4. Semester mit etlichen Prüfungen auf dem
Plan. Diese galt es weitestgehend alle zu bestehen, damit man für das Auslandssemester in
Frage kam. Nachdem ich diese Hürde auch bestens überstanden hatte, konnte das
Auslandssemester- welches ich in Spanien in der Nähe von Valencia absolvierte- kommen.
Später stellte ich fest, dass dieses Semester weniger im Mittelpunkt stand um mich fachlich
weiterzubilden. In diesem halben Jahr erlebte ich, dass man sich vor allem als Person
weiterentwickelt und dass man wertvolle Erfahrungen sammelt, die einem keiner mehr
nehmen kann und durch die man seine Persönlichkeit stark festigt. Von Spanien aus musste
ich mir auch Gedanken machen, wo ich denn mein 2. Praktikum absolvieren will. Und meine
Entscheidung war ziemlich schnell klar: Um meine Erfahrungen zu vollenden, fehlte mir in
der Kette Privatanleger und Börse jetzt nur noch die Sicht vom Emittenten bzw. der
emittierenden Bank. Daraufhin entschloss ich mich bei Emittenten im Inland aber auch bei
Emittenten im englischsprachigem Ausland zu bewerben. Glücklicherweise konnte ich mir
eine sehr spannende und sehr interessante Praktikumsstelle bei der Deutschen Bank AG in
Frankfurt im Bereich Global Markets/ Equity Derivatives Trading sichern. Und wieder hatte
ich großes Glück dabei. Denn genau diese Stelle war es, für die ich mich am meisten
begeisterte und die mich am meisten reizte. In diesem Praktikum konnte ich meine bereits
erlangten Kenntnisse in diesem Bereich nochmals um ein großes Stück erweitern und mir
einen noch umfangreicheren Überblick verschaffen. Somit schloss sich für mich in diesem
Bereich ein ganz kleiner Kreis. Jetzt hatte ich- wenn man an der Börse aktiv ist- alle
relevanten Teilaspekte bzw. Ansichten gesehen. Als Privatanleger kenne ich die Kundensicht,
von meinem 1. Praktikum kenne ich die Aufgaben, die die Börse erfüllt, und von meinem 2.
Praktikum kenne ich nun die Tätigkeiten, Gefahren und die Komplexität mit der der Emittent
jeden Tag zu kämpfen hat.
Auch in Anbetracht der derzeitigen Krise in diesem Bereich will ich später im Berufsleben in
diese Richtung gehen und mit schon möglichst großem und umfangreichem Wissen
einsteigen. Deshalb bin ich keineswegs an meinem Ziel angekommen. Wie bereits oben
erwähnt: erst ein ganz kleiner Kreis hat sich für mich geschlossen. Und ich will diesen Weg
weiter gehen und den Kreis peu à peu größer werden lassen. Ich arbeite Tag um Tag daran,
mich auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln, und die Zusammenhänge mehr und mehr zu
verstehen. Deshalb ist es mein nächstes Ziel, nicht wie damals zu reagieren, als ich nach dem
Platzen des Internet-Booms, für längere Zeit kein Interesse mehr für die Börse aufbrachte.
Nein, ganz im Gegenteil: ich will aus der Krise lernen und ihre Ursachen bzw. ihre
Auswirkungen untersuchen. Deswegen werde ich auch meine Diplomarbeit in diesem
Themenbereich schreiben, und will dies gerne anhand eines Besuchs in der europäischen
Finanzmetropole schlechthin- nämlich London- möglichst praxisnah erleben und von einem
aktiven Händler möglichst viele und detaillierte Auskünfte erhalten.
Darüber hinaus streben ein Kommilitone und ich an- soweit realisierbar- ab nächstem
Semester einen Börsenverein an unserer Hochschule zu gründen. Wir wollen damit
versuchen, das Interesse für die Themen „Wirtschaft“ und im Speziellen das Thema „Börse“
wieder zu stärken und an unserer FH wieder mehr zu forcieren. Ich weiß, dass dieses
Vorhaben in Zeiten wie diesen, in denen das ganze System und gerade die Banken in großem
Verruf stehen, kein leichtes sein wird. Aber genau zu diesem Zeitpunkt und gerade wegen
dieser Tatsache, denke ich, ist es wichtig, dass Leute- die sich weiterhin stark für dieses
Thema interessieren- versuchen, dass das Interesse der Anderen nicht komplett schwindet.
Ich hoffe, ich konnte Euch anhand meiner kurzen Ausführung einen kleinen Einblick in meine
Motivation und mein Streben geben. Ich denke, ihr könnt jetzt nachvollziehen, warum mich
dieses Thema jeden Tag beschäftigt und was ich dabei so spannend und interessant finde.
Beste Grüße
Robert
Anhang Förderungsaufstellung:
- Recherche Diplomarbeit London(5-7 Tage) 1500,-
- Literatur für Diplomarbeit 500,-
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insgesamt 2000 €















