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Viola Raffaela Miriam, 28

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Stipendium für Auslandssemester

BWL, Düsseldorf

Bewirbt sich um 3500 €

ich bewerbe mich für das demokratische Stipendium, da ich in wenigen Monaten ein Auslandssemester in Neuseeland antreten werde. Ich studiere an der Fachhochschule Düsseldorf, Bachelor of International Management mit Schwerpunkt Marketing.

Das Auslandssemester ist Bestandteil meines Studiums, doch meine Wahl nach Neuseeland zu gehen, kam so zu Stande, dass niemand anderes dorthin gehen wollte. Es wird also ein großes Abenteuer werden. Ich möchte gleichzeitig die Gelegenheit nutzen, viele wertvolle Erfahrungen, zu denen ich in Zukunft wahrscheinlich keine Gelegenheit mehr haben werde, im Ausland zu sammeln und dabei aber nicht die üblichen Ziele, wie Nord- und Südamerika oder Australien erleben, abseits von den „Mainstream“-Zielen. Von Anfang an wollte ich das Semester so weit weg von Deutschland wie möglich verbringen. Da ich die Möglichkeit ein Auslandssemester zu absolvieren wohl nicht mehr haben werde, möchte ich diese Monate so gut und ergiebig wie möglich nutzen. Natürlich bedeutet das, an der Universität zu studieren, doch ich möchte die Wochen nach dem offiziellen Semester auf jeden Fall noch in Neuseeland verbringen und dort mehr über das Land und die Menschen lernen. Diese einmalige Gelegenheit ein anderes Land so kennen zu lernen wird sich nicht mehr ergeben, wenn ich erst im Berufsleben stehe.

Vor allem fasziniert mich an Neuseeland, dass es nicht genau zu einem bestimmten Kontinent zugeordnet werden kann. Es gehört zwar zu Ozeanien, doch die nördliche Insel gehört eigentlich noch zum Australischen Kontinent. Dort kann man Einflüsse aus der Kolonialzeit, sowie der Maori finden, die im 11 Jahrhundert von Polynesien kamen. Mich reizt vor allem zu entdecken, wie diese verschiedenen Kulturen nebeneinander existieren und was ich daraus für mich und meine Zukunft in einem international ausgerichteten Unternehmen lernen kann. Da auch hier die Einwanderungszahlen stetig weiter steigen, freue ich mich schon jetzt auf ein sehr gemischtes und buntes Umfeld an der Universität von Auckland und im öffentlichen Leben. Die Universität ist die größte und älteste des Landes und ist sehr stolz auf die lange Tradition.

Seit meiner Abi-Zeit träume ich davon, einmal dieses Land selbst zu entdecken, da eine Mitschülerin von mir für ein Jahr dort war und nur in den schillerndsten Farben von Land und Mitmenschen erzählt hat. Aus ihren Erzählungen weiß ich, dass die Kulisse von „Herr der Ringe“ tatsächlich so atemberaubend schön sein muss.

Meine Eltern haben mich schon früh dazu erzogen, dass man über den „Tellerrand“ hinaus schauen muss und mich schon sehr früh mit fremden Kulturen in Berührung gebracht. Als Kind war das auch soweit nichts ungewöhnliches für mich, da mein Vater Italiener ist und ich immer die italienische Kultur zum Vergleich zur deutschen hatte. Schon früh habe ich mich mit den unterschiedlichsten Sitten und Gebräuchen befasst, nicht zu letzt weil in der Schule natürlich immer Fragen kamen wie: „Wie feiert ihr denn zu Hause Weihnachten? Ist das so wie hier? Warum ist das anders? Und welchen Grund gibt es dafür?“ Doch auch im Urlaub haben meine Eltern Ziele angesteuert, die weit weg waren von Hotelbunkern und Pauschalurlauben. So haben wir mal in Marokko in der Familie eines Freundes meines Vaters gewohnt und dort hautnah das Leben der Marokkaner kennen gelernt. Ohne Hotel und Kellner, sondern mit 12 Menschen in einem Haushalt. Oder ein anderes Mal waren wir in der Nähe von Warschau bei unserem damaligen Au-Pair aus Polen. Zwei Wochen lang haben wir in ihrer Familie in einer winzig kleinen Wohnung gelebt, doch Gastfreundschaft wurde dort ganz groß geschrieben.

Später, nach der Scheidung meiner Eltern, hat meine Mutter konsequent diese Linie fortgeführt. Sie hat uns jeden Schüleraustausch ermöglicht und immer unterstützt, dass Austauschschüler bei uns gewohnt haben und wir so die verschiedenen Lebensweisen und Lebensstile kennen lernen konnten. Das rechne ich meiner Mutter hoch an, denn nach der Scheidung war sie allein für uns verantwortlich. Mein Vater ging damals zurück nach Italien und so war Mama nicht nur alleinerziehend sondern auch mit der finanziellen Belastung allein. Trotzdem hat sie jeden Austauschschüler mit offenen Armen in unserem Haus aufgenommen.

Und so komme ich zu meinem Anliegen und meinem Förderungswunsch. Das ganze Auslandssemester wird sehr teuer werden, da gebe ich mich keinen Illusionen hin. Meine Mutter wird mich auch wieder in diesem Vorhaben unterstützen, so wie sie es immer schon gemacht hat. Doch ich würde ihr gern ein wenig dieser weiteren finanziellen Belastung abnehmen. Darum bewerbe ich mich für ein Stipendium um 3.500 € um die Studiengebühren zu bezahlen.

Vielen Danke für Ihr Interesse an meiner Person

Viola