- In Kooperation mit
-
Sara, 29
-
-
Stipendium für Theater und Forschung
Theater-, Film-und Medienwissenschaften, Wien
Bewirbt sich um 800 €
Im Rahmen meines Studiums der Theater-, Film- und Medienwissenschaften und meines Aufenthalts in Polen bin ich auf ein Theater gestoßen, dass mich durch ihre Theaterarbeit in ihren Bann gezogen hat und nun auch zum Thema meiner Diplomarbeit wurde.
Seit Februar 2009 arbeite ich mit einem polnischen Dorftheater zusammen.
In ihre Theaterarbeit, welche sich mit der Erforschung und Aufrechterhaltung von traditionellen Kulturen im nord-östlichen Polen beschäftigt, beziehen sie auch körperlich und geistig Behinderte, Kinder und pflegebedürftige Menschen mit ein. Die zyklischen Aufführungen, die jährlich an Feiertagen, wie Weihnachten, Karneval und Ostern stattfinden, werden mit und vor einem solchen Publikum gezeigt. Bevor es jedoch zur Aufführung kommt, werden Vorbereitungen getroffen. Mit dem „Publikum“ werden die zur Aufführung benötigten Gipsmasken fertig gestellt, traditionelle Lieder, so wie Tänze eingeprobt. Die Arbeiten, wie auch die Aufführungen selbst sind eine Ablenkung und Bereicherung des Alltages der Heimbewohner. Ihre Gesichter beginnen wieder zu strahlen, ihre Körper bekommen wieder Aktivität und Vitalität. Gerade im östliche Polen, welches zu einem der ärmsten Gebiete des Landes gehört, herrschen in Heimen finanzielle Notstände und eine mangelhafte Lebensumstände vor. Die Räumlichkeiten und besonders die Freizeitgestaltung der Bewohner leiden stark darunter. Es sind keine staatlichen Gelder vorhanden, die eine abwechslungsreichere Gestaltung zulassen.
So herrscht Tag ein und Tag aus der gleiche Trott.
Doch die Arbeit zusammen mit dem Theater ermöglicht einen ausgewogenen und individuellen Ablauf, sei es auch nur für eine handvoll Tage im Jahr.
Und die lohnen sich gewaltig, laut all den Aussagen der Betreuten. Die Auswirkungen der erfolgreichen Zusammenarbeit machen sich nicht nur in Wortlauten bemerkbar, sondern auch in den physischen und psychischen Veränderungen der Menschen.
Das ganze Jahr über warten sie auf diese Attraktionen- die Tänze und Lieder, die gemeinsam mit den Theaterleuten eingeübt und praktiziert werden.
Für die Aktionen und Vorbereitungen werden zahlreiche Requisiten, Musikinstrumente und Materialien für die Herstellung der Karnevalmasken gebraucht. Fast alle benötigten Materialien werden vom Theater bereitgestellt, doch auch ihre finanziellen Möglichkeiten sind eingeschränkt. Während den letzten Projekten fehlte es an einfachen Materialien wie z.B. Gips für die Masken. Und gerade diese Gestaltungsarbeit ist eine der beliebtesten der Teilnehmer.
Ich bewerbe mich daher für das erste demokratische Stipendium mit einem Förderbetrag von 800 Euro, um die Arbeit des Theaters, mit ihrer Einbindung bedürftiger Menschen, zu unterstützen. Darüber hinaus benötige ich es im Rahmen meiner Forschungen, die sich mit diesem besonderen polnischen Theater und ihrem speziellen Publikum beschäftigen.
Die Möglichkeiten, die mir durch dieses Stipendium gegeben werden könnten, helfen nicht nur mir meine begonnene Arbeit fertig zustellen, sondern würden auch weiters die Zusammenarbeit mit den Heimbewohnern aufrechterhalten und die entstehenden Materialkosten abdecken.
Das soziale Engagement des Theaters ist es wert!















