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Jerome, 33

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Stipendium zur Schuldentilgung

Bauingenieurwissenschaften, Leibnitz

Bewirbt sich um 3220 €

Als erstes möchte ich mich schon einmal bedanken, dass Sie sich heute die Zeit nehmen mein Motivationsschreiben zu lesen und mir somit Ihre Aufmerksamkeit schenken.

Ich habe keineswegs vor die gesamte Summe für mich zu beanspruchen, da es einige Studenten gibt, welche dieses Geld genauso dringend benötigen wie ich. Dennoch hoffe ich innständig, dass Sie mich durch Ihre Stimme unterstützen und mir zu einem etwas leichteren Alltag verhelfen.

Im Folgenden werde ich zusammenfassend etwas über meinen bisherigen Lebensweg erzählen (genauer ersichtlich im Lebenslauf) und wie es dazu kam das ich erst mit 24 Jahren zu studieren begann. Auch werde ich meine derzeitigen Ziele und die Schwierigkeiten definieren und hoffentlich niemanden damit langweilen!

Aufgewachsen bin ich am Land unter den Argusaugen meines Vaters, welcher noch sehr viel von Stolz, Respekt und Disziplin hielt. Die Kindheit war nicht ganz einfach, da mein Vater schwerer Alkoholiker mit Tendenz zur Gewalt war und so gut wie alles an Geld für sich selbst verbrauchte. Da er Frührentner war, musste meine Mutter für das finanzielle Auskommen sorgen, dadurch war Sie verständlicher Weise ständig in der Arbeit und kaum anwesend.
In der Schule tat ich mir nie wirklich schwer und so kam es, dass ich mit meinem Notendurchschnitt in der Realschule aufgenommen wurde. Leider spielte mein Vater nicht mit und so musste ich zur Hauptschule gehen. Nach dem 9.Schuljahr (HAS), nahm ich bei der Aufnahmeprüfung in die Flugtechnikschule teil und schaffte diese sogar als drittbester von einigen hundert.
Zu dieser Zeit lies sich meine Mutter gerade von meinem Vater scheiden und nur knapp 8 Monate später verstarb mein Vater durch Selbstmord. Diese Umstände zwangen mich wieder nach Hause zu gehen.
Ich absolvierte eine Tischlerlehre und arbeitete in vielen verschiedenen Firmen. Doch leider wurde mein Verlangen nach mehr Wissen nie wirklich gestillt und WIFI-Kurse waren kaum zu bezahlen. So kam es, dass mich ein Freund eines Tages zu einem Infoabend über berufsbegleitende Weiterbildung mitnahm. Dort wurde ein neues Projekt vorgestellt, welches sich Berufsreifeprüfung nannte und 3 Jahre dauern sollte. Wir entschieden uns es zu versuchen.
Nach einem Jahr wechselte ich die Firma und wurde Montagetischler. Dadurch brach ein wirklich hartes Jahr an, da ich zweimal die Woche 250 km weit, vom Arbeitsplatz zur Schule, fahren musste.
Im dritten Jahr bekam ich das Angebot für wirklich gutes Geld im Ausland zu arbeiten. Da ich finanziell knapp bei Kasse war, entschied ich mich ein Jahr zu pausieren und Geld zu sparen, um danach die letzte Teilprüfung zu absolvieren.

In diesem Jahr viel meine Entscheidung Bauingenieur zu studieren!

Nach 8 Monaten wurde ich zum Montageleiter befördert und ich lernte die Ausführende Partei am Bau genauer kennen. Zu guter letzt inspiriert mich einer der Bauleiter des Deutschen Bundestages derart, dass mein Entschluss nun absolut fest stand.
Ich absolvierte die Berufsreifeprüfung ohne weitere Vorkommnisse und begann mit meiner Suche nach dem richtigen Studienweg.
Nach langen Gesprächen mit Studienberatern, entschied ich mich für ein Studium an einer Universität, welche auch noch einen europaweiten sehr guten Ruf geniest.
Nun konnte mein Vorhaben nur noch aus finanzieller Sicht scheitern. Da ich mich zuvor mehr als 4 Jahre selbst erhalten hatte, wurde mein Antrag auf Selbsterhalter-Stipendium genehmigt.

Das Studium konnte beginnen.

Schnell wurde klar, mein 9m² großes Zimmer ist zu klein für diese Welt. Da ich jedoch ohnehin den ganzen Tag auf der Uni war, ging es irgendwie. Nach den ersten Semestern zeichnete sich schon ab, was jeder gedacht hatte aber nie aussprach. Mathematik 1, Festigkeitslehre, … die Hürden schlecht hin. Für manche dieser Fächer alleine benötigte ich ein ganzes Semester. Ich kam in Verzug. Schnell waren die 5 Semester verbraucht und der Geldfluss versiegte. Immer wieder mussten Anschaffungen getätigt werden (zB. Laptop, TI,…) und zu guter letzt wurde auch noch das Auto kaputt. Meine Mutter, noch immer verschuldet aus Vaters Zeiten, konnte mir auch nicht helfen. Ich musste mir Geld von der Bank borgen um mein Studium weiter führen zu können.

Nun hieß es: Arbeiten!

Ich bewarb mich als Medizintechniker bei einem Unternehmen welches Ultraschallsonden reparierte. Die Abteilung war gerade im Aufbau und ich bekam die Chance Kreativ und Innovativ zu sein. Ein toller Job, jedoch lief es immer besser und mit meinen 20 Stunden pro Woche kam ich nicht mehr aus! Ich suchte nach etwas anderem. Keine zwei Wochen nach meinem Entschluss zu kündigen, hatte ich die Zusage bei der Oper als Bühnentechniker anfangen zu können. In diesem Job blieb ich bis Juli 2008.
Bei einer Berufs-Informationsmesse lernte ich meinen jetzigen Chef kennen. Ich hörte bei den Bühnen auf und wechselte ohne große Zwischenzeit in meinen jetzigen Job als Bautechniker.

Endlich mein zukünftiges Berufsfeld!

Seit Sommer 2008 lebe ich nun in der Nähe meiner Universität in einer WG. Endlich Platz! Mein Auto gab ich meiner Mutter (ihr Auto hatte einen Motorschaden und sie kann sich kein neues Leisten um jeden Tag die 60km zur Arbeit fahren zu können), somit kam auch von dieser Seite her kein Geld zurück. Die Wohnung, die Zahlungen und den Unterhalt zu finanzieren wurde nur möglich, da ich im aller aller letzten Moment meine erste Diplomprüfung ablegen konnte und mir somit mein Selbsterhalter-Stipendium wieder gewährt wurde. Abzüglich meiner monatlichen Zahlungen bleiben mir nun insgesamt € 350.- zum Leben übrig! Das ist mehr als ich je bis Dato in meinem Studium für essen und einmal im Monat ins Kino oder mit Freunden fortgehen übrig hatte.

Seit zwei Jahren verfolge ich auch noch das Ziel meine Ideen (ich habe bessere Werkzeuge und Hilfen für diverse Arbeiten am Bau erfunden) zu realisieren. Dies kostet mich zusätzlich jedes Jahr den einen oder anderen Euro. Prototypen können ganz schön teuer sein. Im Februar 2009 werde ich hoffentlich für meine erste Erfindung das Patent erteilt bekommen! So Gott will!

Auf der Suche nach einem neuen Innovationswettbewerb stieß ich auch auf diese Seite! Purer Zufall.

Ich habe bereits im letzten Jahr bei einem Innovationswettbewerb teilgenommen und belegte den 2.Rang in meiner Kategorie, sowie bei einem Businessplanwettbewerb bei welchem ich ebenfalls den 2.Rang belegen konnte. Ich hoffe meine Ideen bestehen irgendwann auch den Härtetest schlecht hin. Die Wirklichkeit, denn so schlecht dürften diese nicht sein!

Zu guter letzt Träume ich von einem Auslandssemester, welches ich gerne in Neuseeland auf der Auckland University verbringen würde. Dort würde ich gerne in 2 ½ Jahren meine Dissertation schreiben.

Nun, alles in allem würde ich das Geld zur vorwiegend zur Tilgung meiner Schulden benötigen! Dann würde mein Leben endlich leichter und ich könnte etwas aufatmen und müsste nicht ständig bangen, das etwas passieren könnte was mich zu ungeahntem zwingt.

Konkret geht es bei der Förderung um eine Höhe von € 3220.-

Ich wurde nun im Nachhinein gebeten diesen Betrag aufzuschlüsseln und zu erklären wie dieser zustande gekommen ist.
Also, ich benötigte am Beginn meines Studiums einen neuen Computer und die Entscheidung viel auf einen Toshiba Satellite M60, welcher ca. € 1400.- kostete. Der TI kostete € 220.-
Nun, da mein Laptop meine Programme nicht mehr schafft, brauche ich einen Leistungsstärkeren PC und ich habe mich entschieden mir einen Desktop mit TFT zuzulegen.
Dieser wird alles in allem ca. € 1600.- kosten. Desktop deswegen, damit ich diesen auch aufrüsten kann! Bei Laptops ist das im Nachhinein nicht mehr möglich.

Aus ergänzenden Gründen muss ich noch anführen, dass ich ein Bauingenieurs-Studium an der TU-GRAZ besuche.

Eine Anmerkung möchte ich noch tätigen! Ich war mein ganzes Leben ein sehr positiv gestimmter Mensch und glaube immer an das Gute, dass in jedem von uns steckt! Ich bereue bis heute keine einzige Entscheidung! Auch wenn sie im Nachhinein falsch war, zum Zeitpunkt der Entscheidung war sie richtig und es liegt immer in meiner Hand wie ich meine Leben verbringen und leben möchte!
Dennoch gab es immer wieder schwere Zeiten in welchen ich kurz vor dem Aufgeben war und würde ich nicht an die Kraft der Gedanken glauben, hätte ich es vielleicht schon einmal getan!
Ich möchte damit nur sagen, dass egal was auch passiert, es immer etwas Positives daran gibt! Vielleicht erkennt man es nicht immer sofort auf den ersten Blick, jedoch irgendwann später wird das Bild Glas klar.

Ich möchte mich nun nochmal für Ihre Aufmerksamkeit bedanken, hoffe Ihnen meine Lebenssituation etwas näher gebracht und vielleicht auch ein wenig Mut gemacht zu haben!

MFG